Amy Sigil
Amy Sigil
(c) Taboo Media

Methamphetamine sind Schuld, dass ich mit Orientalischem Tanz begann. Ich wuchs in Kalifornien auf, wo Drogen zu meinem Frühstück gehörten. Nach vielen Jahren auf der Überholspur war ich bereit für einen gesünderen Weg für Körper und Seele. Eines Tages im Jahr 1997 las ich in einem Parks & Recreation Flyer in Roseville, Kalifornien und nahm an meinem ersten Orientalischen Anfängerkurs bei Antara Nepa (Julia Carroll) teil.

Zu der Zeit war Julia Carroll eine über 45-jährige alleinerziehende Mutter und tanzte bereits über 20 Jahre. Sie war Chefin der Ottoman Traders of Folsom in Kalifornien.
Sie tanzten hauptsächlich mittelalterliche Tänze und traten auf Märkten in ganz Kalifornien und  Nevada auf. Sie machten so ziemlich alles was Bal Anat oder Hahbi’Ru nicht machten. Zu der Zeit unterrichtete Julia in Folsom und Roseville. Ihre Kurse basierten hauptsächlich auf dem Jamila Salimour Format, obwohl ich glaube das Julia nie direkt von Jamila gelernt hat. Erst später, als ich das Jamila Salimpour Format lernte, erkannte ich wie ähnlich ihr und Julias Stil waren. Eine von Julias Favoriten war Suzanna Del Vecchio aus Colorado und wenn ich Videos von Suzanna sehe, sehe ich ohne Zweifel Julia! Zu der Zeit waren meine einzigen Referenzen Suzanna Del Vecchio und John Compton.

Ich lernte 3 Jahre bei Julia bis ich 1999 Mitglied ihrer Gruppe wurde. Ich trat mit den Ottoman Traders auf lokalen Mittelaltermärkten auf, wo ich auch meine erste Choreographie (von Julia), mein erstes Solo und auch das erste mal in meinem Leben zu Live Musik tanzte. Wir zimbelten, trommelten und sangen regelmäßig miteinander. Unsere Kostüme entsprachen immer der Zeit und waren aus gewebten Stoff mit bedeckten Bäuchen und Tattoos, aufwendigem Kopfschmuck und authentischem Schmuck. Die Kostüme waren immer eine Herausforderung für mich, doch mit der Hilfe von Nancy Johnson (eine Mittänzerin der Ottoman Traders) lernte ich nähen. Viele witzige Nähgeschichten… die besten Momente mit den Ottomans waren die Zeit, die ich mit Nancy Johnson verbrachte.

Amy&Julia

Amy, Julia und The Ottoman Traders

Die Ottoman Traders tanzten keinerlei Improvisation, nur Solos und Choreographien im Stil von Bal Anat und Habhi’Ru. Diese dauerten 20-30 Minuten und bestanden aus Schauspiel, Live Musik und Tanz. Julia war sehr professionell  und ihre Show war immer gut durchdacht und zeitgemäß.
Meine zwei Töchter, Tangerine und Plum, kamen immer mit zu den Märkten als sie noch klein waren.

Als ich noch mit den Ottoman Traders auftrat, began ich zu unterrichten. Connie, eine der Tänzerinnen, war auf der Suche nach einer Lehrerin, die ihren Anfängerkurs übernehmen sollte. Carrie’s Tanzstudio war in Sacramento King’s Cheerleader Studio. Ich verbrachte ungefähr ein Jahr mit meinen ersten 6 Schülerinnen, einer tollen Gruppe aus 16-jährigen Hippie-Mädchen vom Fluss. Um als Lehrer weiter zu kommen nahm ich an weiteren Kursen in Placerville teil (das ist der Ort wo ich Shelly traf und regelmäßig mit ihr tanzte) und trainierte in meiner Garage in Citrus Heigths. Während dieser Zeit entschieden Julia und ich, dass ich mich in eine andere Richtung weiter entwickelte als die Ottoman Traders und es für mich war den nächsten Schritt zu machen.

Ich liebe es Teil eines Teams zu sein. Ich wurde praktisch in ein Team geboren, mein Vater ist Pastor und Mama Chorleiter, also musste ich zur Sonntagsschule und natürlich auch in den Chor. Ich spielte Teamsport, lief Rennen in Teams, lebte in einer Obdachlosen Gemeinschaft (auch ein Team) und so weiter und so fort. Also suchte ich direkt nach einem neuen Team, nachdem ich die Ottoman Traders verlassen hatte. Ich trat mit meinen Schülerinnen auf lokalen Veranstaltungen auf und suchte nach Orientalischen Tanzkursen in Gruppen.

Das war als ich das erste mal über ATS® stolperte.

FatChance Bellydance

Die erste ATS® Gruppe die ich sah war Fat Chance Belly Dance. Ich war total fasziniert und suchte den nächst gelegensten Kurs. Der nächste ATS® Kurs wurde in Davis, etwa 20 Minuten von Sacramento entfernt, von Suzanne Dante, Leiterin der Invaders of the Heart, unterrichtet. Ich nahm nur an vier Kursen teil ehe ich eine weitere Gruppe in Sacramento traf. Anahata war ein ehemaliger Teil der „Invaders of the Heart“ geleitet von Patrice Norris. Sie unterrichteten nicht in Sacramento, übten und traten aber regelmäßig gemeinsam auf. Patrice bot mir einen Platz in ihrer Gruppe an. Glücklich willigte ich ein und war begeistert nahtlos von einer auftretenden Gruppe in die nächste zu wechseln und die Möglichkeit zu haben ATS® zu lernen. Ich trainierte und tanzte nur sechs Monate bei Anahata. Es war ein kurzer Ausflug ins ATS®, aber ich war interessiert und wollte mehr lernen.

Hier traf ich auf Shawna Rai. Shawna tanzte bei Invaders of the Heart und Anahata und als ich sie traf auch bei Ultra Gypsy. Zu der Zeit unterrichtete sie nicht, aber ich unterrichtete an unterschiedlichen Örtlichkeiten. Sie kam zu einigen meiner Kurse und wir wurden Freunde. Kurz nachdem wir uns trafen verließ Shawna Ultra Gypsy und wir gründeten Haruspicy Dancecraft (2000-2004) eine Zusammenarbeit. Haruspicy war ein ATS® - Indian Fusion Duett. Wir lernten Bharata Natyam und Hula zusammen. Shawna war diejenige, die meine Improviation aufpolierte. Sie hatte mehr ATS® Erfahrung als ich und konnte mehr Details festigen. Sie entfernte unnötge Schritte und stellte sicher, das ich ein sauberes Techniklevel hatte. Wir tanzten vier Jahre zusammen, Choreographien und ATS®.

World Dance StudioIch eröffnete 2002 mein erstes Tanzstudio unter dem Namen World WORLD (Womb of Real Life Dance) Studio. Als ich begann gab es Belly Dance Fusion (Lehrerin: Amy Sigil), ATS® (Lehrerin: Shawna Rai), Hula (Lehrerin: Tyra Simoni), Trommeln und Afrikanischen Tanz. Das Studio gab es zwei Jahre lang von 2002 – 2004.
Während dieser ganzen Zeit war Shawna Rai ATS® Lehrerin und ich unterrichtete Fusion Choreografie. Mitte 2004 entschied Shawna das Studio, ihre Kurse und Haruspicy zu verlassen. Das war der Punkt an dem sich die Improviations Kurse für immer veränderten. Ich hatte etwa fünf Jahre ATS® gelernt und war aufgetreten, aber fühlte mich in keinster Weise berechtigt es zu unterrichten.
Ich sagte den Schülerinnen und Schülern, dass wir ATS® nicht weiter anbieten könnten. Sie rasteten fast aus und meinten „…Oh, Nein.“ Ich erklärte ihnen, dass ich nicht etwas unterrichten könnte was sich für mich nicht authentisch anfühlte. Ich liebte ATS®, aber es war nicht mein Bewegungs- und Unterrichtsstil. Shelly meinte: „Na gut, dann mach es zu deinem Stil und unterrichte Impro.“

Zu dieser Zeit war UNMATA meine Schülerinnengruppe des “World Studio”. Wie ich schon sagte, ich liebe es in einem Team zu sein. UNMATA war die erste Gruppe Mädels die ich sah und entschied mich: Ja, ich will ein Teil von Unmata sein und wir müssen noch ne Schippe drauf legen. UNMATA hatte einen anderen Stil als Haruspicy Dancecraft – eher sportlicher – also beschloss ich das ATS® Bewegungsvokabular zu überarbeiten so dass es zu unserem Stil passte. So würde ich auch wissen, was ich unterrichte, wenn ich Improvisation unterrichte.

Ich beschloss das Vokabular Improvisational Tribal Style (ITS) zu nennen und überarbeitete es die nächsten sieben Jahre ohne es zu formatieren. Der Name sollte dicht am Tribal Style bleiben, aber sollte auch das Konzept der Improvisation enthalten. Nach einiger Zeit gab es die ersten Interessierten außerhalb von UNMATA und Hot Pot Studio. Schließlich biss ich in den sauren Apfel und formatierte das Vokabular. Regel für Regel, Richtig und Falsch.

Mittlerweile haben wir ein Zertifizierungsprogramm das mehrfach im Jahr angeboten wird und wir haben weltweit zertifizierte Lehrer.

ITS steht für mich für über ein Jahrzehnt künstlerischen Prozess und Experimentieren. Es ist wie ein Tier. Ein atmendes, wildes, unberechenbares Tier das ich weiter mit der Hand füttern werde bis es sich umdreht und mich umbringt.

Second Saturday

Second Saturday in Sacramento, Kalifornien